Mit Adolph Gottlieb stellt das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern einen der bedeutenden Vertreter des amerikanischen Abstrakten Expressionismus in einer Einzelausstellung vor. Als Maler hat er in seinen sogenannten Pictographs eine charakteristische Bildform entwickelt, in der er eigene Mythen- und Symbolvorstellungen mit Anregungen aus der europäischen Klassischen Moderne verbunden hat. Wesentlich für Gottliebs Formfindung war die Auseinandersetzung mit der Malerei Paul Klees, der Kunst der amerikanischen Ureinwohner und C. G. Jungs Theorie vom kollektiven Unbewussten.
„Adolph Gottlieb – Sculptures“ widmet sich der bislang wenig bekannten Werkgruppe der Skulpturen im Œuvre des Künstlers. Die Schau ist die erste Ausstellung zu Gottliebs Skulpturen in Deutschland überhaupt. Insgesamt 25 plastische Arbeiten, alle in einer konzentrierten Schaffensphase des Jahres 1968 entstanden, zeigen eine andere Seite des Malers Gottlieb. Seine Malerei ist die Grundlage dieser Skulpturen, die seine charakteristische Zeichensprache von der zweiten Dimension in die Dreidimensionalität transportieren. Zehn Gemälde aus dem Zeitraum von 1964 bis 1973 sowie mehrere Arbeiten auf Papier sind aus diesem Grund in die Ausstellung integriert – sie stellen das skulpturale Schaffen Gottliebs in den Kontext des Gesamtwerks.
Adolph Gottlieb wurde 1903 in New York geboren. Er erhielt seine künstlerische Ausbildung von 1919 an in der Art Students League und anderen New Yorker Kunstschulen. Die Jahre 1921-1923 verbrachte er in Europa und besuchte u. a. Zeichenklassen an der Pariser Académie de la Grande Chaumière. 1923 kehrte er nach New York zurück. 1935 war er Gründungsmitglied der Künstlergruppe „The Ten“, die sich expressionistischer und abstrakter Malerei verschrieben hatte. Während der 50er und 60er Jahre machen zahlreiche Ausstellungen sein Werk bekannt, 1959 war er Teilnehmer der documenta II in Kassel. Nach einem Schlaganfall 1970 war Adolph Gottlieb linksseitig gelähmt, malte aber weiterhin bis zu seinem Tod 1974 in New York.
Mit dieser hochkarätigen Ausstellung leistet das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern einen wesentlichen Beitrag zu Kenntnis und Verbreitung amerikanischer Kultur in Deutschland. Schon mehrfach hat das Haus wichtige Projekte zur amerikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts vorgestellt, darunter 1998 mit der Schau Mind and Mystycism die Malerei des amerikanischen Abstrakten Expressionismus und 2001 mit der Ausstellung I am a painter. I am a woman. I enjoy both die weiblich generierte Seite dieser Stilrichtung. Aufgrund der großen Bedeutung des künstlerischen Werkes von Adolph Gottlieb hat die US-Generalkonsulin Jo Ellen Powell, Frankfurt am Main, die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen.
Organisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit der Adolph and Esther Gottlieb Foundation in New York, der American Contemporary Art Gallery in München sowie dem Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain in Nizza, das die erste Station der Ausstellung war.
Zur Ausstellung ist erschienen: Katalog mit zahlreichen Abbildungen sowie Texten von Michèle Brun, Gilbert Perlein, Britta E. Buhlmann und Sanford Hirsch, Umfang 80 Seiten, Preis 11 Euro, ISBN 3-89422-154-2