Johann Heinrich Roos

Druckgraphik
 
Radierung: Esel stehend, rückwärts gewandt, Schafe algernd, unter Baum

Johann Heinrich Roos
Esel und ruhende Schafe
um 1668, Radierung
Sammlung Dr. Steinebrei, Foto: Gunther Balzer, Museum Pfalzgalerie

Der virtuose Zeichner Roos setzte viele seiner Tierstücke eigenhändig in Radierungen um, die sich mit denen der größten Meister seines Faches messen können. Auf den meist kleinformatigen Blättern dösen fein gezeichnete Haustiere wie Schafe und Kühe in nordischen oder italienisierenden Landschaften, die wirkungsvoll mit Licht und Schatten inszeniert sind. Das umfassende Naturstudium zeigt sich besonders in der zart übertragenen Stofflichkeit der Tierfelle und den lebensnahen Momentaufnahmen der Tiergruppen.

Am 29. September 2006 jährte sich der Geburtstag des bedeutendsten Pfälzischen Barockmalers Johann Heinrich Roos (Otterberg 1631 – 1685 Frankfurt a. M.) zum 375. Mal. Er gilt als der beste deutsche Tiermaler des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Aus diesem Anlass zeigte das Museum vom 30. September bis 3. Dezember 2006 33 der 39 nachgewiesenen Radierungen des Tiermalers. Sie wurden ergänzt durch Nachstiche seiner in ganz Europa verteilten Gemälde. Die gezeigten Graphiken stammten aus der Sammlung Dr. Hans Steinebrei.

Radierung: Portrait mit schulterlangen Locken

Johann Friedrich Morgenstern
I.H. Roos, 1804, Radierung
Sammlung Dr. Steinebrei, Foto: Gunther Balzer, Museum Pfalzgalerie

Nachstiche aus mehreren Jahrhunderten illustrieren den Nachruhm Roos’, der von Goethe geschätzt und von seinen Zeitgenossen überschwänglich als „Rafael aller Viehmaler“ bezeichnet wurde. Bedeutende Stecher und Radierer aus Deutschland und Europa wie beispielsweise G. W. Knorr, J. E. Ridinger und G. H. Schifflin zeugen von einem langen Nachwirken Roos’. Noch Künstler des 19. Jahrhunderts wie Wilhelm Kobell setzten seine Vorlagen gekonnt um und hielten so Roos’ Werk lebendig.

 

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