(Graphisches Kabinett)
Ausstellungseröffnung: Freitag, 28. Mai, 19 Uhr (zusammen mit „Hans Purrmann“)
Es sprechen: Dr. Annette Reich und Dr. Heinz Höfchen, Kuratoren der Ausstellungen sowie Regina Hesselberger-Purrmann, Enkelin von Hans Purrmann.
Während der Laufzeit der Ausstellungen bieten wir Führungen, ein Kunst(früh)stück und Veranstaltungen für Kinder an.
Gezeigt wird Graphik unter dem Titel „La joie de vivre“ (Die Freude am Leben) unter anderem von Hans Purrmann, Otto Mueller, Erich Heckel und Max Pechstein sowie vom 29. Mai bis 18. Juli 2010 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken des Pfälzer Malers und Graphikers Hans Purrmann. Beide Ausstellungen präsentieren herausragende Werke aus dem eigenen Bestand.
Mythen, Märchen und Motive wie „Goldenes Zeitalter“, „Arkadien“ oder „Schlaraffenland“ drehen sich um das zutiefst menschliche Streben nach irdischem Glück und der Freude am Leben – ob nun ideell oder materialistisch. „La joie de vivre“ (Die Freude am Leben), der Titel eines Buches von Emile Zola, stand im ausgehenden 19. Jahrhundert programmatisch für den Ausbruch der Avantgarde aus gesellschaftlichen Zwängen jeder Art – kein Wunder, dass Vincent van Gogh in einem Stilleben die Bibel und das Buch Zolas einander gegenüber gestellt hat. Zum Idealbild menschlichen Lebens- und Glücksgefühls wurde das naturnahe, arkadisch gestimmte Sein: Die berühmten „Joie de vivre“-Bilder von Henri Matisse und Pablo Picasso sind eben diese Visionen des wieder gefundenen Paradieses.
In den wesentlichen Kunstströmungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts – Fauvismus und Expressionismus – spielt das Ideal des einfachen Lebens im Einklang mit der Natur eine bedeutende Rolle. Es geht um die harmonische Verschmelzung von Kunst, Natur, Lebensfreude, um den Glauben an eine bessere, glücklichere Welt, um die Vision einer arkadischen Natur, um elementare Wesenssummen des Menschen.
Die Graphische Sammlung bewahrt zu diesem Motivband großartige Beispiele etwa von Erich Heckel, Aristide Maillol, Otto Mueller, Max Pechstein oder Auguste Renoir, deren Arbeiten oft für die Utopie menschlicher Erfüllung in einem paganen oder auch sinnenfrohen Ideal stehen. Im Zentrum unserer zweiten Ausstellung steht eine Reihe von Arbeiten Hans Purrmanns, der als Schüler von Henri Matisse das mediterrane Arkadien mit Elementen des deutschen Expressionismus verbindet.
Natürlich ist die arkadische Konnotation nur ein ikonographischer Baustein dessen, was Lebensfreude ausmacht: Liebe, Musik, Tanz…vieles beglückt, wird deshalb von Künstlern geschildert und erfreut die Betrachter. Für einen augenzwinkernden Hinweis auf (nicht nur) spezielle Pfälzer Lebensfreude sorgen Lithographien von Max Slevogt.
Es erscheint eine Publikation: Hans Purrmann, „der Natur entrücke ich mich niemals“ mit einem Vorwort von Britta E. Buhlmann und einem Text von Annette Reich, Umfang 44 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Preis 8,- €, ISBN 978-3-89422-168-3. Folgender Titel liegt bereits vor: Hans Purrmann, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik, Bestandskataloge der Graphischen Sammlung VII, bearbeitet von Heinz Höfchen und Andreas Greulich, Kaiserslautern 1996, Umfang 72 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Preis 7,60 €, ISBN 3-89422-091-0.