Gold- und Silberschmiedearbeiten

Bestandskataloge der Kunsthandwerklichen Sammlung IV

Bearbeitet von Heidi Stinzendörfer M.A.

 

Jungfrauenbecher
Hans Kellner: Jungfrauenbecher
Nürnberg, 1593/1602
Silber, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert, vergoldet, Kaltmalerei, K 1292

Im 4. Bestandskatalog der Kunsthandwerklichen Sammlung werden in einer wissenschaftlichen Neubearbeitung die Gold- und Silberschmiedearbeiten des Museums vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftliche Neubearbeitung der Gold- und Silberschmiedearbeiten des Museums. Verfasst wurde der Katalog von Heidi Stinzendörfer M.A., die für die Kunsthandwerkliche Sammlung der Pfalzgalerie verantwortlich ist. Er kann zum Preis von 16 Euro an der Museumskasse erworben werden.

Der Katalog stellt der Öffentlichkeit erstmals alle Gold- und Silberschmiedearbeiten der Pfalzgalerie vor. Er richtet sich dabei sowohl an das Fachpublikum als auch an interessierte Laien. Unter den 100 aufgeführten Objekten befinden sich 54 Gebrauchsgegenstände, wie Trinkgefäße, liturgisches Gerät oder Besteck, 32 Schmuckstücke und 14 galvanoplastische Nachbildungen historischer Goldschmiedearbeiten. Unter diesen Arbeiten stechen einige besonders hervor: Zum Beispiel ein vergoldeter Jungfrauenbecher des Nürnberger Goldschmieds Hans Kellner, entstanden 1593/1602. Dieses Scherzgefäß, aus dem zwei Personen gleichzeitig trinken können, ist ein äußerst exquisites Stück deutscher Goldschmiedekunst, das man als das schönste seiner Art bezeichnen kann. Eine Trinkschale mit einem meisterhaft ziselierten Bacchusrelief, gefertigt 1690/1699, ist das Werk von Sebastian Hann dem Älteren aus Hermannstadt, dem bedeutendsten Goldschmied Siebenbürgens. Ferner stellt die Publikation einen sehr schönen silbernen Jugendstilpokal mit Amethystperlen vor. Bei diesem Pokal handelt es sich um eine frühe, 1901entstandene Arbeit des bekannten Goldschmieds und Angehörigen der Darmstädter Künstlerkolonie Ernst Riegel. Diese Werke sind neben weiteren ausgesuchten Goldschmiedearbeiten auch in der neu eröffneten Dauerausstellung der Pfalzgalerie zu sehen.

Alle Objekte der Sammlung der Gold- und Silberschmiedearbeiten der Pfalzgalerie sind im 4. Bestandskatalog der Kunsthandwerklichen Sammlung abgebildet und wurden nach dem neuesten Stand der Forschung ausführlich beschrieben. Weiterführende Literaturangaben und Abbildungen der Goldschmiedemarken ergänzen den Katalogteil. Fachbegriffe können in einem Glossar nachgeschlagen werden. Die Entstehungsgeschichte der Gold- und Silberschmiedesammlung der Pfalzgalerie sowie eine kurze Einführung in das deutsche Goldschmiedehandwerk vom Zeitalter der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert runden die Darlegungen ab. Somit gewinnt der Leser des Katalogs einen guten Überblick über die unterschiedlichen Aufgaben der Goldschmiedekunst, über die verwendeten Goldschmiedetechniken sowie die gebräuchlichsten Dekore. Erläuterungen zur Herkunft, Verwendung und Funktion der Objekte bieten außerdem kulturgeschichtliche Einblicke in verschiedene Epochen.

Dr. Britta E. Buhlmann
Direktorin der Pfalzgalerie

 

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